Keine Lust? Perfekt – Genau jetzt ist der richtige Moment!
- Urszula Kiezun

- 7. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Motivation ist nichts, womit manche geboren werden und andere nicht. Es ist der Treibstoff, den man selbst erzeugen muss – sonst bringt dich niemand morgens aus dem Bett, und deine Träume bleiben für immer in der „one day"-Zone. Egal, ob du dein eigenes Business aufbauen, eine neue Sprache lernen oder ein paar Kilo abnehmen willst – der Mechanismus ist immer gleich.

Ist das wirklich so einfach?
In der Wirtschaftspsychologie spricht man von einer unternehmerischen Persönlichkeit, die den Erfolg begünstigt. Sie wird durch Charaktereigenschaften, Tendenzen und Fähigkeiten geprägt – das Gefühl der eigenen Wirksamkeit, die Bereitschaft, Risiken einzugehen, Toleranz gegenüber Unsicherheit und eine lösungsorientierte Haltung. Aber an erster Stelle steht die intrinsische Motivation.
Und sie ist nicht nur nützlich, wenn man ein eigenes Business aufbauen möchte. Sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Verantwortung für den eigenen Berufsweg zu übernehmen und Veränderungen aus eigener Kraft anzustoßen.
Im Gegensatz zur extrinsischen Motivation – die mit Belohnungen wie Geld, Anerkennung oder Erfolg verbunden ist – ist intrinsische Motivation die spontane Lust, neue Dinge auszuprobieren, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die Belohnung ist die einfache Freude am Tun. Es ist ein Zustand des Geistes: „Ich will, weil es Spaß machen wird, weil es mir wichtig ist, weil ich genau das will!" (Übrigens: Studien zeigen, dass externe Belohnungen die intrinsische Motivation schwächen können.)
Es gibt einen Weg
Intrinsische Motivation ist nichts, was manche einfach haben und andere nicht. Man kann sie lernen, entwickeln und immer weiter verbessern. Und man muss es sogar – wenn man seine Ziele erreichen will. Niemand hat sie automatisch.
Einer der wichtigsten Aspekte der intrinsischen Motivation ist das Bewusstsein: Warum willst du etwas tun? Was willst du verändern, und was soll dir diese Veränderung bringen? Was macht eine bestimmte Tätigkeit für dich wirklich wichtig? Warum ist es wichtig, jetzt zu handeln? Ohne diese Klarheit kann selbst die größte Motivation die Richtung verlieren.
Und was, wenn ich wirklich keine Lust habe?
Intrinsische Motivation ist ein Zustand des Geistes, den du auslösen und trainieren kannst – durch Visualisierung, Meditation, Experimentieren. Aber selbst wenn du über deine Ziele vollkommen im Klaren bist, gibt es Tage, an denen du einfach keine Lust hast, aus dem Bett zu kommen oder Netflix auszumachen. Und dann reicht Motivation allein nicht aus.
Das ist kein Charakterfehler. Es ist einfach der Moment, in dem etwas anderes gefragt ist.
Hier kommt etwas anderes ins Spiel
Disziplin. Sie bedeutet, etwas zu tun, auch wenn man überhaupt keine Lust hat – nicht weil man sich quälen muss, sondern weil man weiß, dass es sich langfristig lohnt. Es ist die Brücke zwischen dem momentanen Mangel an Lust und dem eigenen „es wird Spaß machen, es ist mir wichtig, ich will genau das" – nur zeitlich verschoben.
Gute Nachricht: Disziplin ist, genau wie Motivation, nicht angeboren. Man kann sie lernen, entwickeln und stärken.
Einer der wichtigsten Aspekte beim Erlernen von Disziplin ist die Akzeptanz von Diskomfort. Wir mögen es nicht und vermeiden es meistens – aber genau das baut Widerstandsfähigkeit und Stärke auf. Der schwierigste Moment ist immer der Anfang. Es reicht, mit einer einzigen, kleinen Sache zu beginnen – ein Buch oder den Laptop aufzuschlagen, einen Satz zu schreiben, die Yogamatte auszurollen, das Haus zu verlassen. Allein der Beginn setzt Energie frei und führt oft weiter, auch wenn man anfangs zu nichts Lust hat.
James Clear schreibt in seinem Buch Atomic Habits, dass schon zwei Minuten (!) einer geplanten Aktivität reichen, um Disziplin und Ausdauer aufzubauen.
Wie lange dauert das?
Gewohnheiten ändern sich nicht an einem Tag. Psychologen sagen, dass man Disziplin in etwa neun Wochen lernen kann – und diese Wochen haben ihre eigene Logik.
Am Anfang ist es anstrengend, aber du spürst, dass sich etwas bewegt – du brichst alte Gewohnheiten, probierst neue Dinge aus. Dann, irgendwo zwischen der dritten und sechsten Woche, lässt die Motivation nach. Müdigkeit, Zweifel, tausend Gründe aufzuhören. Das ist der schwerste Moment – und genau hier geben die meisten auf. (Kennst du die überfüllten Fitnessstudios im Januar – und wie es ab Februar wieder deutlich leerer wird? Diejenigen, die dranbleiben, werden auch im Juni noch regelmäßig dort trainieren.) Ein oder zwei Rückschläge sind kein Ende der Welt – mach einfach weiter. Wenn du durchhältst, sind die letzten Wochen schon anders: Die neue Gewohnheit fühlt sich natürlicher an, der Fortschritt wird sichtbar, und jeder kleine Erfolg treibt den nächsten Schritt an.
Motivation und Disziplin – zwei Modi eines Motors
Disziplin ist kein bloßes Durchbeißen. Es geht um Planung, die Akzeptanz von Diskomfort und konsequentes Handeln für etwas, das dir wirklich wichtig ist. Motivation und Disziplin sind keine Gegensätze – sie sind zwei Modi desselben Motors. Motivation sorgt dafür, dass du willst. Disziplin sorgt dafür, dass du es machst – auch dann, wenn du gerade keine Lust hast.
Wenn du also heute zu nichts Lust hast – jammere nicht, mach dir keine Vorwürfe, wirf nicht den ganzen Plan hin. Akzeptiere es. Erinnere dich, warum und wofür du das tust. Und mach dann wenigstens einen halben Schritt in diese Richtung. Das reicht.
Wenn diese Richtung für dich noch nicht ganz klar ist oder nicht attraktiv genug ist – Coaching oder Self-Management-Workshops können dabei helfen, sie zu definieren und Methoden zu entwickeln, die deine Motivation aufrechterhalten und Disziplin aufbauen. Wenn du wissen möchtest, wie das für dich aussehen könnte – schreib mir. Wir reden darüber.


